Der Schlüssel vom Vogel·garten

Das ist eine Fantasie·geschichte in Einfacher Sprache:

Karl ist ein Mann.
Er ist 30 Jahre alt. 

Karl will Pilze sammeln.
Deshalb geht er in den Wald.

Karl hat einen Korb dabei.
Er will die Pilze in den Korb tun.
Dann kann er die Pilze mitnehmen.
Und zu Hause essen.

Karl findet viele Pilze. 
Aber die Pilze sind sehr klein. 
Deshalb geht Karl an einen anderen Platz.
Vielleicht findet er dann große Pilze?

Karl geht an einen Bach

Das ist ein kleiner Fluss. 
Karl sieht einen großen Pilz. 
Auf der anderen Seite
von dem Bach.

Karl springt über den Bach.
Jetzt ist er auf der anderen Seite 
von dem Bach. 
Aber da ist ein Loch im Boden. 
Und Karl fällt in das Loch rein. 

Karl tut sich weh. 
Das Loch ist nämlich sehr tief.

Karl ist jetzt in dem Loch drin.
Und er kann nicht mehr raus. 
Karl ist also tief im Boden drin.

Aber was ist das:

In dem Loch wachsen große Pilze. 
Karl freut sich sehr.
Er will die Pilze sammeln.
Damit er die Pilze essen kann.

Aber dann sieht Karl:
Die Pilze haben ein Gesicht.
2 Augen.
Eine Nase. 
Und einen Mund.
Und die Pilze sprechen.
So wie ein Mensch.

Die Pilze sagen nämlich: 
Du darfst uns nicht essen.
Sonst sterben wir.
Und vielleicht stirbst du auch?
Wir sind nämlich giftig.

Und die Pilze sagen noch:
Aber du hast uns gefunden. 
Deshalb darfst du dir etwas wünschen. 

Karl denkt:
Er träumt.
Pilze können nämlich nicht sprechen.
Aber diese Pilze sprechen wirklich. 

Karl denkt nach:
Er wohnt in der Stadt. 
In einem kleinen Zimmer. 
Und Karl hat keinen Garten.
Er will gerne einen Garten haben.
Also wünscht er sich einen Garten.

Karl bekommt einen Schlüssel 

Die Pilze sagen:
Vor langer Zeit war eine alte Frau da. 
Die Frau hat einen Schlüssel in das Loch geworfen.
Und die Frau hat gesagt: 
Der Schlüssel ist von einem Garten.

Und die Pilze sagen noch:
Nimm den Schlüssel mit nach Hause.
Dann bekommst du den Garten. 
Der Garten hat eine Tür. 
Mach die Tür mit dem Schlüssel auf.
Dann gehört dir der Garten. 

Karl nimmt den Schlüssel.
Und Karl will die Pilze fragen:
Wo ist der Garten?
Aber auf einmal haben die Pilze kein Gesicht mehr. 
Und die Pilze sprechen nicht mehr. 
Also kann Karl nicht fragen.

Karl denkt wieder:
Er träumt. 
Aber dann sieht er den Schlüssel. 
Also ist Karl wach.

Karl will nach Hause gehen 

Aber er ist in dem Loch drin. 
Tief im Boden.
Karl kann nicht alleine raus.
Er braucht Hilfe.

Karl wartet lange. 
Aber es kommt kein Mensch. 

Karl ist es kalt.
Er hat Hunger.
Und er hat Durst.

Und dann ist es dunkel.
Es ist Nacht.
Karl hat Angst.
Er muss in dem Loch schlafen.

Auf einmal kommt eine Eule 

Eulen sind große Vögel.
Eulen sind nachts wach.
Die Eule kann sprechen. 
Die Eule sagt:
Hallo Karl,
Hab keine Angst.
Morgen kommen viele Vögel. 
Die Vögel helfen dir. 

Karl ist jetzt sehr müde.
Und er schläft ein. 

Am nächsten Morgen 

Karl wacht auf.
Er hört die Vögel singen.
Die Vögel kommen wirklich zu Karl. 

Aber was ist das: 
Die Vögel sprechen mit Karl.
So wie die Pilze.
Und wie die Eule.
Die Vögel sagen:
Wir helfen dir.
Wir bringen dir Wasser und Brot.

Die Vögel fliegen bis in die Stadt.
Die Vögel bringen ein Stück Brot.
Karl kann das Brot essen. 
Und die Vögel fliegen zum Bach.
Die Vögel bringen Wasser.
Karl kann das Wasser trinken. 

Karl ist sehr froh

Die Vögel helfen Karl.
Die Vögel retten Karl das Leben.
Aber Karl kann nicht aus dem Loch raus.
Er muss lange Zeit in dem Loch drin bleiben. 

Die Vögel kommen jetzt jeden Tag. 
Die Vögel bringen Wasser und Brot. 
So kann Karl leben.
So muss Karl nicht sterben. 

Und die Vögel sammeln Blätter und Äste.
Die Vögel werfen alles in das Loch rein.
So kann sich Karl ein warmes Bett machen.

Nach langer Zeit

Karl hört eine Stimme. 
Es ist die Stimme von einer jungen Frau.
Die Frau geht am Bach spazieren. 
Und die Frau singt ein Lied.

Die Frau läuft an dem Loch vorbei.
Und Karl ist in dem Loch drin.
Tief unten.
Im Boden.

Karl ruft sehr laut:
Ich will aus dem Loch raus. 
Bitte hilf mir.

Die Frau findet Karl

Die Frau guckt in das Loch rein.
Die Frau sagt:
Wer bist du?
Warum bist du in dem Loch?
Wie kannst du in dem Loch leben?

Da sagt Karl: 
Ich heiße Karl.
Ich habe Pilze gesammelt.
Dabei bin ich in das Loch gefallen.
Ich bin schon lange in dem Loch.
Ich kann nicht alleine raus.
Und die Vögel kommen jeden Tag.
Die Vögel bringen Wasser und Brot. 
Damit ich leben kann.

Und Karl sagt noch:
Jetzt sag mir,
wer bist du?
Wo kommst du her?

Da sagt die Frau:
Ich heiße Lena.
Ich wohne in der Stadt. 
Ich gebe den Vögeln jeden Tag Brot. 
Die Vögel freuen sich.
Die Vögel finden nämlich wenig Futter.
Viele Menschen machen die Natur kaputt.
Deshalb gibt es wenig Insekten.
Zum Beispiel wenig Fliegen und Würmer.
Und es wachsen wenig Samen und Körner.
Deshalb verhungern die Vögel.
Die Vögel sterben dann. 

Jetzt sagt Karl:
Du gibst den Vögeln jeden Tag Brot?
Ich glaube:
Die Vögel bringen mir dieses Brot. 
Die Vögel sind nämlich meine besten Freunde.
Deshalb lebe ich noch. 
Dein Brot und die Vögel retten mir das Leben. 
Du bekommst eine Belohnung. 
Und die Vögel bekommen auch eine Belohnung. 

Jetzt sagt Lena:
Ich gehe jetzt in die Stadt.
Ich hole Hilfe.
Damit du aus dem Loch raus kannst. 

Und Lena geht in die Stadt.
Lena holt 2 Männer.
Die 2 Männer bringen ein langes Seil mit. 
Die 2 Männer ziehen Karl aus dem Loch raus.

Karl war lange Zeit in dem Loch. 
Tief unten.
Im Boden.

Karl ist wieder zu Hause

Karl will Lena eine Belohnung geben. 
Das hat Karl versprochen. 
Lena hat Karl nämlich gerettet. 
So lebt Karl noch. 
Aber Lena will die Belohnung nicht.

Karl erzählt Lena von den Pilzen. 
Und von dem Schlüssel. 

Karl sagt:
Die Pilze können sprechen. 
Und ich habe einen Schlüssel bekommen. 
Der Schlüssel ist von einem Garten.
Aber ich weiß nicht:
Wo ist der Garten?
Die Pilze haben es nicht gesagt.

Da sagt Lena:
Ich habe eine Nachbarin. 
Die Nachbarin hat einen Garten. 
Die Nachbarin ist sehr alt.
Sie kann sich nicht mehr um den Garten kümmern. 
Deshalb hat sie die Tür von dem Garten abgeschlossen.
Und sie hat den Schlüssel weg·geworfen.
Damit keine Menschen in den Garten gehen.
Damit keine Menschen den Garten kaputt·machen.
Der Garten ist nämlich ein Vogel·garten.
Das heißt:
In dem Garten wohnen viele Vögel. 
Es gibt also viel Natur.
Und das soll immer so bleiben. 
Die Nachbarin weiß nämlich:
Viele Menschen machen die Natur kaputt.

Und Lena sagt:
Karl, komm mit.
Wir gehen zu der Nachbarin.

Lena bringt Karl zu der Nachbarin

Die Nachbarin sagt zu Karl:
Ich habe lange auf dich gewartet.
Ich habe nämlich gewusst:
Bald kommt ein Mann.
Der Mann liebt Vögel sehr. 
Und der Mann wünscht sich einen Garten. 
Der Mann kümmert sich dann um die Vögel.
Und um den Garten.
Karl, du bist dieser Mann. 
Du liebst die Vögel sehr. 
Und du hast den Schlüssel von dem Garten.
Du bekommst den Garten. 

Da sagt Karl:
Ja ich liebe die Vögel sehr. 
Die Vögel sind meine besten Freunde. 
Aber Lena liebt die Vögel auch.
Lena gibt den Vögeln jeden Tag Brot.
Also gehört Lena der Garten auch.

Karl und Lena gehen zu dem Garten

Karl macht die Tür mit dem Schlüssel auf. 
Und Karl und Lena sehen viele Vögel.

So sieht der Garten aus:

Der Garten ist sehr groß. 
In dem Garten sind viele Bäume.
An den Bäumen wachsen:
Grüne Blätter.
Braune Nüsse.
Rote Beeren.
Und Obst.
Die Vögel fressen das alles.

Und in dem Garten wachsen viele Pflanzen. 
Die Vögel fressen die Samen und die Körner
von den Pflanzen. 

Und in dem Garten wachsen Kräuter. 
Und Blumen.
Es gibt viele Insekten.
Die Vögel fressen die Insekten. 

Und in dem Garten ist ein Teich. 
Da gibt es viele Frösche.

Und rund um den Garten ist ein Zaun.
Da wächst eine große Hecke.
Eine Hecke ist auch eine Pflanze. 
So ist der Garten geschützt. 
Menschen können nicht in den Garten rein·gucken. 
Und die Vögel verstecken sich in der Hecke. 

An der Hecke sind Nüsse dran.
Und Beeren.
Die Vögel fressen die Nüsse.
Und die Beeren.

Und in dem Garten ist ein kleines Haus.
An dem Haus hängen viele Kisten.
Die Kisten sind aus Holz gemacht. 
Die Kisten haben ein Loch.
Und unter dem Loch ist eine Stange.
Die Kisten sind für die Vögel. 

Die Vögel gehen in die Kisten rein.
Die Vögel legen Eier. 
Und aus den Eiern kommen kleine Vögel.
So sind immer Vögel im Garten.
So ist der Garten ein Vogel·garten. 

Und in dem Garten sind viele Schüsseln. 
Da ist Wasser drin.
Da können die Vögel Wasser trinken.
Und drin baden.
Die Vögel baden nämlich gerne.

Und dann gibt es noch andere Schüsseln.
Da ist trockener Sand drin.
Da können die Vögel auch drin baden.
Manche Vögel baden nämlich gerne im Sand. 

Und in dem Garten sind Behälter. 
Da ist besonderes Futter drin.
Die Vögel fressen das Futter.
Zum Beispiel:
Sonnenblumen·kerne.
Und Nüsse.
Und Fett.
Die Vögel brauchen das Futter.
Das ganze Jahr. 
Im Sommer. 
Und im Winter.

Karl und Lena kümmern sich jetzt um den Garten.
Und sie kümmern sich um die Vögel.
So bleibt der Garten für immer ein Vogel·garten.