Ein Wett·bewerb ist manchmal schlecht

Das ist eine Geschichte in Leichter Sprache. 
Die Geschichte geht so:

Susanne ist ein Kind. 
Sie ist 8 Jahre alt. 
Sie geht in die Schule.
In die zweite Klasse.

Susanne geht aber nicht gerne in die Schule.
Sie ist nämlich sehr schlecht in der Schule. 

Susanne kann zum Beispiel nicht rechnen.
Sie kann sich beim Rechnen nicht konzentrieren. 
Deshalb macht sie viele Fehler.

Susanne hat einen Lehrer.
Susanne denkt:

Der Lehrer mag mich nicht.
Er mag die anderen Kinder lieber.
Denn der Lehrer ärgert mich immer.
Vielleicht macht der Lehrer das absichtlich.

Zum Beispiel: 
Der Lehrer macht einen Wett·bewerb.
Der Wett·bewerb heißt:
Wer kann am schnellsten rechnen?

Der Lehrer sucht 3 Kinder aus. 
Die 3 Kinder können sehr gut rechnen.
Und der Lehrer sucht Susanne aus.
Susanne kann gar nicht rechnen.

Die 3 Kinder und Susanne müssen jetzt schnell rechnen. 
Und schnell die Antwort sagen.
Der Lehrer fragt zum Beispiel:
Was ist 43 minus 17?

Die 3 Kinder rechnen alle schnell:
Was ist 43 minus 17?
Aber ein Kind rechnet sehr schnell.
Es sagt dann laut:
43 minus 17 ist 26.
Die Antwort ist 26.

Die Antwort ist richtig.
Das Kind hat gewonnen.
Es bekommt eine Belohnung.
Das heißt:
Der Lehrer schenkt dem Kind etwas.

Aber Susanne kann gar nicht rechnen.
Deshalb kann sie die Antwort nicht sagen.
Sie kann nicht gewinnen.
Sie bekommt keine Belohnung.
Der Lehrer schenkt Susanne nichts.

Susanne rechnet immer mit den Fingern.
Das dauert lange.
Das heißt:
Susanne zählt mit den Fingern: 
Was ist 43 minus 17?
Aber das darf der Lehrer nicht sehen. 
Und die Kinder auch nicht.

Susanne denkt:

Der Lehrer lacht dann vielleicht.
Und die Kinder lachen dann auch.
Der Lehrer und die Kinder finden es lustig:
Wenn ich nicht rechnen kann.
Wenn ich zum Rechnen die Finger benutze.
Aber das ist nicht lustig.

Für Susanne ist es sehr schlimm.
Sie kann nicht rechnen.
Sie kann sich einfach nicht konzentrieren.
Und jetzt klappt das gar nicht:
weil der Lehrer einen Wett·bewerb macht.
Und Susanne sehr schnell rechnen muss.

Susanne mag den Wett·bewerb nicht.
Sie merkt dann:
Sie kann gar nicht rechnen.
Ein Wett·bewerb ist manchmal schlecht. 

Das ist das Ende von der Geschichte.