Eine Familie lernt lesen und schreiben

Das ist eine Geschichte in Leichter Sprache.
Die Geschichte geht so:

Marco ist ein junger Mann.
Er ist 20 Jahre alt.
Er ist Italiener.
Das heißt:
Marco kommt aus dem Land Italien.
Er ist in Italien geboren.

Marco hat eine Tante

Und einen Vater. 
Die Tante ist die Schwester vom Vater.
Die Tante heißt Josefa.

Aber Marco kennt die Tante Josefa nicht
Er hat sie noch nie gesehen. 
Sie ist nämlich aus dem Land Italien weg·gegangen. 
Da war sie 20 Jahre alt.
Das war vor langer Zeit.
Da war Marco noch nicht geboren. 

Tante Josefa ist nach Deutschland gegangen. 
Sie wohnt jetzt viele Jahre in Deutschland. 

Der Vater von Marco hat einmal gesagt:
Tante Josefa will in Deutschland Lehrerin werden.
Aber sie kann doch gar nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Tante Josefa ist nämlich nicht in die Schule gegangen.

Der Vater von Marco heißt: Claudio.
Der Vater hat in Italien eine Frau geheiratet.
Die Frau heißt: Rosa.
Sie ist jetzt die Mutter von Marco.
Und von Marco seinen 3 Schwestern.
Marco hat nämlich noch 3 Schwestern.

Marco hat also eine große Familie

Er hat seine Eltern.
Das sind Vater Claudio. 
Und Mutter Rosa.
Und Marco hat seine 3 Schwestern.
Alle wohnen in dem Land Italien.

Die Eltern können nicht lesen. 
Und nicht schreiben. 
Wie Tante Josefa. 

Die 3 Schwestern können nicht lesen. 
Und nicht schreiben. 
Wie Tante Josefa.

Und Marco kann nicht lesen. 
Und nicht schreiben. 
Wie Tante Josefa.

Sie alle sind nicht in die Schule gegangen. 
Wie Tante Josefa.

Aber sie alle sind liebe Menschen. 
Und sie sind schlau.
Sie wissen genau:
Wie können sie gut leben?

Aber: 
Warum können sie alle nicht schreiben. 
Und nicht lesen?
Das war so:

Es war vor langer Zeit

Die Eltern von Marco und den 3 Schwestern sind arm. 
Sie haben wenig Geld. 
Sie können wenig Essen kaufen. 

Das heißt: 
Die Familie hat wenig zu essen. 
Alle haben immer Hunger. 
Die Eltern von Marco haben Hunger.
Die 3 Schwestern haben Hunger.
Und Marco hat Hunger. 

Die Eltern arbeiten viel.
Aber das Geld reicht nicht
Deshalb müssen auch die Kinder arbeiten.

Das heißt:
Marco und die 3 Schwestern sind die Kinder.
Sie sind noch klein.
Aber sie müssen arbeiten. 
Und Geld verdienen. 
Damit die Familie genug Essen kaufen kann. 
Deshalb können sie nicht in die Schule gehen. 
Sie lernen nicht lesen.
Und nicht schreiben. 
Und viele andere Sachen auch nicht.

Marco und die 3 Schwestern sind jetzt groß 

Sie sind erwachsen.
Sie können immer noch nicht lesen.
Und nicht schreiben. 

Die 3 Schwestern heiraten bald.
Sie haben alle einen Mann kennen·gelernt. 
Die Männer verdienen Geld.
Die Männer kaufen das Essen.
Dann geht es den 3 Schwestern gut.

Die Eltern sparen viel Geld. 
Sie brauchen das Geld für die 3 Schwestern. 
Damit die 3 Schwestern heiraten können. 
Ein Hochzeits·fest kostet nämlich viel Geld. 
Die Eltern sparen schon viele Jahre. 
Für das Hochzeits·fest.

Und Marco wohnt dann in Deutschland.
Die Eltern sparen auch Geld für Marco.
Er kauft sich dann eine Fahr·karte.
Mit der Fahr·karte fährt er nach Deutschland. 
Er arbeitet dann in Deutschland. 

Marco wohnt jetzt ein Jahr in Deutschland

Marco kann nicht lesen. 
Und nicht schreiben.
Aber er hat trotzdem eine Wohnung gefunden. 
Und er hat eine Arbeit gefunden. 

Marco arbeitet sehr viel.
So verdient er genug Geld. 
Er kann seinen Eltern manchmal Geld schicken.

Marco kennt schon viele Menschen. 
In Deutschland.
Aber er wohnt allein.
Das heißt:
Marco hat noch keine Frau kennen·gelernt.
Er hat noch nicht geheiratet. 

Aber Marco möchte gerne eine Frau haben.
Und er möchte auch Kinder haben. 
So geht Marco manchmal nach der Arbeit weg. 
Er geht zum Beispiel in ein Restaurant. 
Vielleicht lernt er dann eine Frau kennen. 
Aber Marco lernt im Restaurant keine Frau kennen. 

Marco lernt im Super·markt eine Frau kennen

Das war so: 
Marco geht einkaufen.
Er will sich eine Suppe kochen.
Er braucht Kartoffeln.
Deshalb geht er in den Super·markt.
Kartoffeln kann Marco schnell kaufen.
Er muss nicht lesen:
Sind in der Verpackung Kartoffeln drin?
Marco sieht die Kartoffeln schnell.
Er kauft gerne Kartoffeln.

Aber Marco will auch noch einen Kuchen backen.
Er braucht Back·pulver zum Kuchen backen.
Marco muss am Regal die Schilder lesen:
Wo er das Back·pulver findet.
Aber das kann er nicht.

Auf einmal kommt eine junge Frau

Sie hat lange Haare.
Und eine rote Jacke.
Marco fragt die Frau:

Hallo, wo gibt es hier Back·pulver?

Die Frau sagt:

Oh, das weiß ich nicht.
Ich habe meine Brille vergessen.
Ich kann jetzt die Schilder nicht lesen.

Dann geht die Frau weg.

Marco kauft kein Back·pulver. 
Er bezahlt die Kartoffeln an der Kasse. 
Dann geht er raus aus dem Super·markt.

Aber draußen sieht Marco die Frau wieder. 
Sie bringt den Einkaufs·wagen weg. 

Die Frau hat viele Sachen gekauft

Jetzt nimmt sie ihre Tasche. 
Sie will wieder weg·gehen. 

Da sagt Marco: 

Darf ich ihnen helfen?
Ich kann die Tasche tragen.

Die Frau sagt: 

Sie können die Tasche tragen.
Aber wollen Sie das wirklich?
Die Tasche ist schwer.
Und ich wohne weit weg von hier.

Marco sagt: 

Ich trage die Tasche gerne. 

Marco kann gut Deutsch sprechen. 
Die Kollegen auf der Arbeit sprechen immer Deutsch.
So hat Marco sehr schnell Deutsch gelernt.

Aber die Frau merkt trotzdem: 
Marco kommt von einem anderen Land. 

Die Frau fragt: 

Aus welchem Land kommen Sie?

Marco sagt: 

Ich komme aus dem Land Italien.

Marco und die Frau sprechen lange zusammen 

Dann sagt die Frau: 

Ich bin gleich zu Hause. 
Jetzt kann ich die Tasche selber tragen. 
Vielen Dank: 
Sie haben mir sehr geholfen.

Marco fragt die Frau:

Möchten Sie einen Kaffee trinken.
Ich lade Sie ein?

Die Frau sagt:

Das geht nicht:
Ich habe heute keine Zeit.

Da sagt Marco:

Vielleicht haben Sie morgen Zeit?
Wir können morgen einen Kaffee trinken.
Ich heiße Marco.

Die Frau sagt:

Ja Marco,
morgen habe ich Zeit.
Ich heiße Steffi.

Marco sagt:

Ich hole dich morgen Mittag ab.
Um 4 Uhr.

Steffi sagt:

Gut, ich bin um 4 Uhr fertig.
Wir trinken dann einen Kaffee.
In einem Restaurant.

Es ist der nächste Tag

Marco holt Steffi ab. 
Sie gehen in ein Restaurant. 

Im Restaurant sind viele Tische frei. 
Marco und Steffi setzen sich an einen Tisch. 
Dann kommt eine Frau. 
Sie bringt eine Karte. 

Auf der Karte steht drauf: 

  • Was kann man bestellen?
  • Was kann man essen und trinken? 

Marco und Steffi legen die Karte auf den Tisch. 
Sie gucken die Karte an. 
Auf der Karte sind wenig Bilder. 
Es gibt ein Bild von einem Eis·kaffee. 
Und ein Bild von einem Frucht·becher. 

Marco bestellt den Eis·kaffee. 
Und Steffi bestellt den Frucht·becher. 

Marco und Steffi bestellen schnell. 
Sie lesen die Karte gar nicht
Marco und Steffi sprechen viel zusammen. 

Marco und Steffi treffen sich jetzt jeden Tag

Nach 2 Wochen:
Marco gibt Steffi einen Kuss.
Sie verlieben sich zusammen.
Jetzt sind sie ein Liebes·paar.

Nach 2 Monaten:
Marco und Steffi wohnen zusammen.
Aber noch nicht richtig.
Sie sind manchmal bei Marco in der Wohnung.
Und manchmal bei Steffi.

Nach 6 Monaten:
Marco und Steffi wohnen jetzt richtig zusammen.
Sie haben zusammen eine Wohnung gemietet.

Steffi merkt lange nicht:
Marco kann nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Denn Marco ist schlau.
Zum Beispiel:
Marco muss etwas lesen.
Dann sagt er:

Ich habe etwas im Auge drin.
Ich kann jetzt nicht sehen.
Und nicht lesen.

Oder Marco muss etwas schreiben.
Dann sagt er:

Meine Hand tut jetzt weh.
Ich kann jetzt nicht schreiben.

Aber Steffi sagt auch oft:

Ich habe jetzt keine Brille dabei.
Ich kann jetzt nicht sehen.
Und nicht lesen.
Und meine Hand tut jetzt weh.
Ich kann jetzt nicht schreiben.

Das kann Marco gut verstehen.
Er findet das nicht schlimm.

Aber dann kommt ein Brief

Marco und Steffi wollen bald heiraten.
Sie sind jetzt ein Jahr zusammen.
Marco und Steffi müssen den Brief lesen.
Sie brauchen zum Heiraten viele Papiere.
Auch Papiere aus dem Land Italien.

Marco sagt zu Steffi:

Bitte lese den Brief.
Ich habe wieder etwas im Auge.

Da sagt Steffi zu Marco:

Nein, heute musst du den Brief lesen.
Ich finde meine Brille nicht.
Ich finde sie den ganzen Tag nicht.

Marco und Steffi wissen:
Der Brief kommt von einem Amt.
Der Brief ist wichtig:
Damit sie heiraten können.

Marco versteht nicht
Warum findet Steffi gerade jetzt ihre Brille nicht
Und Steffi versteht nicht
Warum muss Marco gerade jetzt etwas im Auge haben? 
Marco und Steffi ärgern sich beide darüber. 
Deshalb streiten sie sich. 

Marco sagt: 

Pass doch besser auf:
Damit die Brille nicht immer weg ist.

Und Steffi sagt zu Marco: 

Und du pass doch besser auf:
Damit du nicht immer etwas im Auge hast.

Dann sind beide böse aufeinander. 
Sie sprechen eine Stunde nicht zusammen.

Marco und Steffi haben beide ein Geheimnis 

Marco denkt nach. 
Er muss Steffi sagen: 
Er kann nicht lesen.
Und nicht schreiben. 
Er war gar nicht in der Schule. 
Marco muss das Steffi sagen: 
Bevor sie heiraten.

Und Steffi denkt auch nach. 
Sie muss Marco sagen:
Sie kann nicht lesen. 
Und nicht schreiben. 
Sie war sehr schlecht in der Schule. 
Steffi muss das Marco sagen: 
Bevor sie heiraten. 

Marco geht zu Steffi.
Steffi sitzt im Wohn·zimmer.

Marco sagt:

Steffi, ich muss dir etwas sagen.

Steffi sagt:

Marco, ich muss dir auch etwas sagen.

Jetzt hat Marco angst:
Vielleicht sagt Steffi:
Sie liebt ihn nicht mehr.

Aber Steffi sagt:

Marco, ich kann nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Ich war sehr schlecht in der Schule.

Da ist Marco froh:
Er sagt:

Ich kann auch nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Ich war gar nicht in der Schule.

Marco und Steffi sprechen sehr viel.
Sie sagen sich jetzt alles.
Marco und Steffi sind jetzt sehr glücklich. 
Aber dann sagen sie beide. 

Und:

Wer kann jetzt unseren Brief lesen?
Der Brief ist wichtig:
Sonst können wir nicht heiraten.

Steffi hat eine Idee.

Steffi bringt den Brief in die Apotheke

In der Apotheke arbeitet eine Frau.
Die Frau weiß:
Steffi kann nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Die Frau kann den Brief lesen.

Die Frau hat vor langer Zeit gemerkt:
Steffi kann nicht lesen.
Und nicht schreiben.

Steffi hat nämlich wieder gesagt.
Sie hat ihre Brille verloren.
Deshalb kann sie jetzt nicht lesen.
Aber ihre Brille war auf ihrer Nase.
So hat die Frau gemerkt:
Steffi hat gelogen.
Steffi ist dann ganz rot im Gesicht geworden.
Das heißt:
Steffi hat sich geschämt.

Dann hat Steffi der Frau gesagt:
Sie hat gelogen.
Weil sie sich geschämt hat.
Weil sie nicht lesen kann.
Und nicht schreiben.

Die Frau war dann überhaupt nicht böse.
Und sie hat auch nicht geschimpft.
Weil Steffi gelogen hat.
Die Frau war sehr lieb.

Steffi geht jetzt zu der Frau in der Apotheke. 
Die Frau liest den Brief. 
Steffi und Marco besorgen dann alle Papiere für die Hochzeit.
Dann heiraten sie.

Marco und Steffi sind verheiratet 

Sie haben ein Baby bekommen. 
Das Baby ist ein Mädchen. 
Es heißt Tina. 
Marco und Steffi sind glücklich. 
Sie sind jetzt Papa und Mama.
Also Papa Marco.
Und Mama Steffi.

Tina kommt in die Schule

Sie ist jetzt kein Baby mehr. 
Sie kommt in die erste Klasse. 
Da lernt sie Lesen.
Und schreiben. 

Tina fragt Marco und Steffi.
Also Papa und Mama: 

Was lerne ich in der Schule? 

Papa Marco erzählt Tina:
Wie war es vor langer Zeit in Italien?

Papa Marco erzählt:

Tina, du hast eine Oma.
Und einen Opa.
Das sind meine Eltern.
Sie wohnen in Italien.
Sie können nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Denn sie haben viel gearbeitet.
Deshalb sind sie nicht in die Schule gegangen.

Und dann:
Tina, du hast 3 Tanten.
Die 3 Tanten wohnen auch in Italien.
Das sind meine 3 Schwestern.
Sie können auch nicht lesen.
Und nicht schreiben.

Und ich:
Dein Papa Marco,
ich kann auch nicht lesen.
Und nicht schreiben.
Wir alle haben viel gearbeitet.
Damit wir genug zu Essen haben.
Deshalb sind wir nicht in die Schule gegangen.
Deshalb kann ich dir nicht sagen:
Was lernst du in der Schule?
Frag Mama Steffi:
Sie war in der Schule.

Da sagt Tina zu Mama Steffi: 

Mama, was lerne ich in der Schule?

Mama Steffi sagt: 

Tina, ich war in der Schule.
Aber ich war sehr schlecht.
Und ich war viel krank.
Deshalb war ich wenig in der Schule.
Ich habe viele Sachen nicht verstanden.
Es war zu schwer.
Die Schule war für mich sehr schlimm.
Ich habe immer Angst gehabt:
Vielleicht lachen die Kinder.
Oder vielleicht lachen die Lehrer.
Weil ich so viel Fehler mache.
Deshalb kann ich dir auch nicht sagen:
Was lernst du in der Schule?

Tina bekommt ein Lese·buch

Sie geht jetzt eine Woche in die Schule. 
Mit dem Lese·buch lernt sie dann lesen. 
Und schreiben. 

Tina zeigt das Lese·buch Papa Marco.
Und Mama Steffi.  
Tina sagt: 

Das alles lernen wir im ersten Schuljahr. 

Tina findet: 
Das ist ganz schön viel. 
Papa Marco und Mama Steffi finden das auch. 

Tina geht jetzt 3 Monate in die Schule 

Jetzt kommt ein Brief von der Schule. 
Die Lehrerin von Tina hat den Brief geschrieben. 
Steffi geht wieder in die Apotheke. 
Sie will die Frau fragen: 
Was steht in dem Brief? 

Aber die Frau arbeitet nicht mehr in der Apotheke. 
Was soll Steffi jetzt machen?
Das ist ganz schön schwer. 

Steffi sieht Lena:
Lena ist ein Mädchen.
Sie ist das Kind von den Nachbarn. 
Lena ist älter als Tina. 
Sie geht in die 4. Klasse. 

Steffi sagt zu Lena: 

Kannst du mir bitte helfen?
Ich habe einen Brief.
Ich habe meine Brille verloren.
Kannst du den Brief bitte lesen?

Lena liest den Brief. 
In dem Brief steht: 
Kommen Sie am Donnerstag um 10 Uhr. 
In die Schule. 
Ich möchte mit Ihnen sprechen. 
Es geht um Ihre Tochter Tina. 
Liebe Grüße:
Die Lehrerin.

Steffi sagt: 

Danke Lena.
Du hast den Brief gelesen.
Das war sehr lieb. 

Steffi sagt zu Marco: 

Es ist ein Brief gekommen.
Er ist von der Schule.
Von der Lehrerin.
Lena hat den Brief gelesen.
In dem Brief steht.
Wir müssen in die Schule kommen.
Und mit der Lehrerin sprechen.
Vielleicht hat Tina Probleme?

Marco und Steffi sind in der Schule 

Sie sprechen mit der Lehrerin von Tina.
Die Lehrerin ist sehr nett. 

Die Lehrerin sagt: 

Tina macht in der Schule gut mit.
Sie lernt viel. 
Ich bin zufrieden mit ihr. 
Tina kann gut lesen und schreiben.
Sie kann sogar besser lesen als die anderen Kinder. 
Und sie kann besser schreiben als die anderen Kinder. 
Das habe ich noch nicht erlebt. 
Und ich bin schon lange Lehrerin.
In dieser Schule. 

Die Lehrerin sagt noch: 

Ich glaube,
Tina lernt so schnell lesen und schreiben. 
Wie meine Mutter.
Meine Mutter ist nämlich eine besondere Frau. 
Sie kommt aus dem Land Italien.
Sie ist in Italien geboren.

Meine Mutter hat in Italien viel gearbeitet.
Damit die Familie genug zu Essen hat. 
Da war meine Mutter sogar noch ein Kind. 
Deshalb ist sie nicht in die Schule gegangen. 
Sie hat nicht lesen gelernt. 
Und nicht schreiben. 

Dann war meine Mutter 20 Jahre alt.
Sie war erwachsen. 
Sie ist dann nach Deutschland gekommen. 
Sie hat dann ganz alleine lesen gelernt. 
Und schreiben. 
Und sie ist dann sogar Lehrerin geworden.

Meine Mutter war eine gute Lehrerin.
Alle Kinder haben lesen und schreiben gelernt. 
Sogar ich habe lesen und schreiben gelernt.
Meine Mutter hat mir das gut gezeigt.
So bin ich dann auch Lehrerin geworden.

Meine Mutter war viele Jahre Lehrerin.
Sie hat in dieser Schule gearbeitet. 
Aber jetzt arbeitet sie nicht mehr. 
Sie ist jetzt sehr alt.
Das war alles vor sehr langer Zeit.

Die Lehrerin hat fertig erzählt

Sie sagt: 

So, jetzt habe ich sehr viel erzählt.
Vielleicht können Sie mir jetzt erzählen: 
Haben Sie auch so schnell lesen und schreiben gelernt.
Wie Ihre Tina?

Marco und Steffi gucken sich an. 
Sie wissen nicht
Was sollen sie jetzt sagen? 
Denn Marco und Steffi können gar nicht lesen.
Und nicht schreiben. 

Und Marco und Steffi freuen sich: 
Tina kann schon gut lesen und schreiben. 

Und Marko denkt: 

Die Mutter von der Lehrerin ist meine Tante Josefa.
Und die Lehrerin ist das Kind von der Tante Josefa.
Dann ist die Lehrerin meine Cousine.
Man ist das alles aufregend.

Auf einmal sagt Steffi: 

Wir können beide nicht lesen.
Und nicht schreiben. 
Ich war sehr schlecht in der Schule. 
Und oft krank. 
Ich habe viele Sachen nicht verstanden.

Und Marco sagt:

Ich war gar nicht in der Schule.
Wie Ihre Mutter.
Und ich komme auch aus dem Land Italien.
Ich glaube:
Ihre Mutter ist meine Tante Josefa.
Mein Vater Claudio hat mir von Tante Josefa erzählt.
Und Sie sind dann bestimmt meine Cousine.
Am besten sagen wir jetzt Du zueinander.
Wir sind dann nämlich eine Familie.

Jetzt freut sich die Lehrerin sehr:
Sie sagt:

Das ist aber schön.
Ich freue mich sehr.
Ja Marco:
Dann bin ich jetzt deine Cousine.
Dann sind wir jetzt eine Familie.
Ich heiße: Rita.

Die Lehrerin ist jetzt die Cousine Rita 

Die Cousine Rita hat eine Idee. 
Sie sagt: 

Meine Mutter wohnt in dem Haus neben der Schule.
Ihr könnt sie gleich besuchen. 
Und dann: 
Jeden Tag. 
Eine Stunde. 
Dann lernt Ihr sehr schnell lesen. 
Und schreiben. 
Meine Mutter kann euch bestimmt helfen.
Sie ist ja die Tante Josefa. 

Die Cousine Rita nimmt einen Zettel. 
Sie schreibt einen Brief.
Der Brief ist für ihre Mutter. 

Die Cousine Rita sagt:

Geht jetzt gleich zu meiner Mutter.
Gebt ihr den Brief.
Dann hilft sie euch.

Marco und Steffi gehen zu Tante Josefa

Sie klingeln bei Tante Josefa an der Tür.
Tante Josefa macht die Tür auf.
Sie sieht Marco.
Marco sieht aus wie sein Vater.
Vor langer Zeit.

Marco sagt:

Hallo, ich bin Marco.
Ich komme aus dem Land Italien.
Und das ist meine Frau Steffi.
Und du bist bestimmt meine Tante Josefa?

Auf einmal spricht Tante Josefa Italienisch.
So spricht man in dem Land Italien.
Denn Tante Josefa erinnert sich:
Der Vater von Marco ist ihr Bruder Claudio.

Marco und Steffi begrüßen Tante Josefa.
Sie geben Tante Josefa einen Kuss. 
Das macht man so in Italien. 
Und manchmal auch in Deutschland.

Und Marco gibt Tante Josefa den Brief. 
Aber Tante Josefa macht den Brief nicht auf. 
Sie weiß auch so: 
Marco und Steffi können nicht lesen. 
Und nicht schreiben. 
Marco und Steffi brauchen jetzt Hilfe.

Tante Josefa hilft Marco und Steffi.
Sie zeigt ihnen:

  • Wie lernen sie lesen?
  • Wie lernen sie schreiben?

Marco und Steffi lernen jetzt lesen.
Und schreiben.
Und zwar:
So schnell wie Tante Josefa.
Und wie Tina.

Das ist das Ende von der Geschichte.