Familie Schwarz·ohr im Regen·wald

Das ist eine Geschichte in Einfacher Sprache:

Hier ist es schön warm.
Aber langsam wird es eng.
Ich habe keinen Platz mehr. 
Ich will hier raus.

Aber wo bin ich überhaupt? 
Es ist dunkel.
Ich kann nichts sehen.
Ich glaube, ich bin eingesperrt. 
Rund um mich herum ist nämlich etwas Hartes.
Es fühlt sich wie eine Schale an.

Aber was ist das?

Ich höre ein Geräusch?
Jemand piept. 
Jemand sagt etwas.
Es ist eine leise Stimme. 
Die Stimme sagt genau wie ich: 
Ich habe keinen Platz mehr. 
Ich will hier raus. 

Und was ist das? 
Ich habe einen Schnabel.
An dem Schnabel ist ein spitzer Zahn dran.
Vielleicht hilft mir der Zahn?
Damit ich hier raus kann. 

Oh, ich glaube, das klappt mit dem Zahn. 
Jetzt knackt die Schale laut. 
Gleich habe ich es geschafft. 
Ich habe ein kleines Loch in die Schale gemacht. 
Vielleicht kann ich das Loch noch größer machen? 
Dann komme ich bestimmt hier raus. 

Geschafft, ich bin draußen. 
Jetzt hab ich Platz. 

Aber was passiert jetzt?

Es ist immer noch dunkel.
Ich kann immer noch nichts sehen.
Aber ich kann meine Augen auch noch gar nicht öffnen. 
Dafür bin ich nämlich noch zu klein.

Aber ich fühle etwas Warmes an meinem Körper. 
Da ist jemand.
Jemand bewegt sich.
Jemand berührt mich. 
Und jemand piept wieder. 

Es ist die leise Stimme.
Die Stimme sagt genau wie ich:
Geschafft, ich bin draußen. 
Jetzt hab ich Platz.

Und die Stimme sagt noch:
Hallo, ich bin dein Bruder. 

Also dann habe ich wohl einen Bruder. 
Und so sage ich auch:
Hallo, ich bin deine Schwester. 
Ich bin nämlich ein Mädchen. 

Und dann ist da noch jemand 

Ich fühle noch etwas Warmes an meinem Körper. 
Aber es ist viel weicher als mein Bruder.
Ich glaube, es sind Federn.
Die Federn wärmen mich und meinen Bruder. 
Und sie kitzeln uns.

Und ich höre noch jemand piepen. 
Es ist noch eine Stimme.
Aber sie ist lauter als das Piepen von meinem Bruder. 
Jemand sagt:
Endlich seid ihr da.
Endlich sind 2 von unseren Küken geschlüpft. 
Es ist ein Mädchen.
Und ein Junge.

Ich glaube, das ist unsere Mama.
Und sie spricht mit uns.
Sie meint mich und meinen Bruder.
Ich bin ein Mädchen. 
Und mein Bruder ist bestimmt ein Junge.
Ich und mein Bruder sind also 2 Küken. 
Dann ist unsere Mama bestimmt ein Vogel. 

Ja, es ist wirklich unsere Mama 

Und sie spricht mit uns.
Jetzt sagt sie nämlich:
Hallo, ich bin eure Mama.
Ich heiße Mama Schwarz·ohr.
Ich bin ein Papagei.
Also ein Vogel. 
Und ihr seid unsere 2 Küken. 
Ihr seid Schwarz·ohren.
Also auch Papageien. 
Also auch Vögel. 
Jeder von euch war in einem Ei drin.
Und ihr seid gerade aus den Eiern geschlüpft. 

Jetzt weiß ich endlich, wo ich drin war

Ich war in einem Ei drin.
Deshalb war da die harte Schale.
Und mein spitzer Zahn ist ein Ei·zahn.
Wie bin ich nur in das Ei reingekommen?

Aber Mama Schwarz·ohr sagt auch noch:
Es sind noch 3 Eier da.
Vielleicht schlüpfen noch 3 andere Küken?
Vielleicht bekommt ihr noch Schwestern?
Oder Brüder?
Aber das dauert noch einige Tage. 

Und Mama Schwarz·ohr ruft gleich unseren Papa. 
Er heißt Papa Schwarz·ohr. 
Er ist auch ein Papagei. 
Also auch ein Vogel. 
Papa Schwarz·ohr soll uns gleich kennen·lernen.
Er weiß nämlich noch nicht
Wir sind gerade aus den Eiern geschlüpft. 

Papa Schwarz·ohr kommt zu uns in die Höhle

Wir sind nämlich in einer Höhle drin.
In der Höhle ist unser Nest.

Papa Schwarz·ohr piept mit uns.
Er spricht mit uns.
Und er schmust mit uns.
Er freut sich nämlich, weil wir da sind.

Und Papa Schwarz·ohr beschützt uns jetzt immer.
Er passt gut auf.
Damit keine Tiere in die Höhle gehen.
Da kann er sehr böse werden. 

Und Mama Schwarz·ohr kümmert sich um uns

Sie füttert uns mit einem warmen Brei.
Sie holt den Brei aus ihrem Schnabel raus. 
Und sie hält uns mit ihren Federn warm.

Mama Schwarz·ohr hat viel Zeit für uns.
Sie bleibt jetzt lange Zeit bei uns in der Höhle.
Und sie erzählt uns,
wie wir Schwarz·ohren leben.

Mama Schwarz·ohr erzählt:

Wir sind Schwarz·ohren. 
Wir sind Papageien. 
Also Vögel.
Zu unserer Familie gehören:
Papa Schwarz·ohr. 
Mama Schwarz·ohr.
Und jetzt ihr Küken.
Aber es gibt noch viel mehr von uns. 
Wir sind nämlich sehr viele Schwarz·ohren. 
Wir leben in großen Gruppen zusammen. 
Man sagt:
Wir leben im Schwarm.

Wir Schwarz·ohren leben im Regen·wald. 
Das ist ein sehr großer Wald. 
Im Regen·wald ist es feucht.
Und warm. 
Im Regen·wald wachsen viele Bäume. 
Und andere Pflanzen. 
Es gibt leckere Früchte zum Fressen.
Viele Äste zum Klettern. 
Und Zweige zum Nagen.
Mit Knospen, Blättern und Blüten dran.
Und es gibt viel Platz zum Fliegen.
Das alles brauchen wir. 
Deshalb leben wir im Regen·wald. 
Und an den Ufern von Flüssen.
Zum Beispiel in dem Land Venezuela.
Aber es gibt uns auch noch in anderen Ländern 
von der Erde.

Mama Schwarz·ohr erzählt weiter:

Die Sonne scheint jeden Tag. 
Sie hat starke Strahlen. 
Die Strahlen fallen auf die Blätter 
von den Bäumen 
im Regen·wald. 
Wir Schwarz·ohren leben im Schatten
von den Bäumen. 
So sind wir vor der Sonne geschützt. 
Das heißt:
Wir Schwarz·ohren sitzen hoch oben
auf den Bäumen. 
Unter den Blättern.
Mit vielen anderen Schwarz·ohren. 
Wir putzen unsere Federn. 
Und wir ruhen uns aus.

Mama Schwarz·ohr erzählt weiter:

Wir Schwarz·ohren sehen uns alle sehr ähnlich. 
Unsere Federn haben die gleichen Farben. 
Unser Körper ist grün wie die Blätter von den Bäumen.
Und unser Kopf ist blau wie der Himmel. 
Manchmal hell·blau.
Und manchmal dunkel·blau.
Das heißt:
Wir sitzen hoch oben auf den Bäumen.
Da sind wir gut versteckt.
Deshalb kann man uns schlecht sehen.

Wir Schwarz·ohren haben einen schwarzen Fleck am Ohr. 
Deshalb heißen wir Schwarz·ohren. 
Und wir haben einen kurzen Schwanz.
Mit einigen roten Federn.
Deshalb heißen wir auch Rotsteiß·papageien.
Das heißt: 
Wir sind Papageien mit einem roten Schwanz.

Mama Schwarz·ohr erzählt weiter:

Ihr Küken seid noch nackt.
Ihr habt noch keine Federn. 
Ihr lebt noch in der Höhle drin. 
In eurem Nest. 
Da ist es warm. 
Deshalb braucht ihr noch keine Federn.
Aber eure Federn wachsen bald. 
Dann verlasst ihr die Höhle. 
Also das Nest. 
Dann seht ihr fast so aus wie wir. 
Also wie alle anderen Schwarz·ohren. 
Aber ihr seid noch lange Zeit viel heller als wir.
Ihr werdet erst später dunkler.
Dann seid ihr schon erwachsen.
Dann bekommen eure Federn eine dunklere Farbe. 

Mama Schwarz·ohr erzählt weiter: 

Wir Schwarz·ohren suchen zusammen Futter. 
Wir machen kleine Gruppen. 
Und dann fliegen wir in kleinen Gruppen weg.

Wir fliegen sehr schnell. 
Und sehr weit.
Wir bewegen unsere Flügel.
Wir fliegen hoch oben über den Bäumen. 
Über dem Regen·wald. 
Dabei schreien wir sehr laut.
Das heißt:
Wir rufen uns gegenseitig. 
Damit wir zusammen bleiben.

Wir Schwarz·ohren kennen viele Plätze.
Da gibt es viel Futter. 
Da fliegen wir hin.
Wir fressen uns satt. 
Dann fliegen wir wieder weg.

Wir Schwarz·ohren fressen zum Beispiel:
Viele Früchte, Nüsse und Körner. 
So haben wir genug Vitamine.
Das schmeckt uns alles sehr gut. 
Wir trinken frisches Wasser. 
Wir fressen Erde mit Mineral·stoffen drin.
Und kleine Steine. 
So bleiben wir gesund.

Mama Schwarz·ohr erzählt weiter: 

Aber manchmal ist etwas anders als sonst.
Zum Beispiel:
Manchmal haben wir vor etwas Angst.
Manchmal stört uns etwas.
Oder wir ärgern uns über etwas. 
Dann atmen wir Schwarz·ohren sehr laut.
Und wir machen unsere Schwanz·federn weit auseinander.
Dabei laufen wir auf einem Ast hin und her.
Wir sind dann sehr aufgeregt. 
Und wir drohen dann.
Das heißt:
Manchmal beißen wir.

Mama Schwarz·ohr erzählt noch viele Dinge

Mama Schwarz·ohr erzählt uns Küken sogar: 
Wie haben sich Papa und Mama Schwarz·ohr kennen·gelernt? 
Wie haben Papa und Mama Schwarz·ohr unsere Höhle gebaut?
Und wie hat Mama Schwarz·ohr unsere Eier gelegt?
Das alles ist sehr interessant.
Wir Küken hören sehr gerne zu. 
So können wir viel lernen. 

Aber auf einmal piept wieder jemand 

Ich höre 2 neue Stimmen.
Die Stimmen sind sehr leise.
Die Stimmen sagen beide:
Ich habe keinen Platz mehr. 
Ich will hier raus. 

Und einige Zeit später fühle ich wieder etwas Warmes
an meinem Körper. 
Ich glaube, es sind 2 neue Küken aus den Eiern geschlüpft. 
Das heißt:
Wir Küken haben noch eine Schwester
und einen Bruder bekommen. 

Und ja, das stimmt.
Mama Schwarz·ohr piept gleich mit den 2 neuen Küken.
Sie spricht mit den 2 neuen Küken. 
Mama Schwarz·ohr sagt nämlich wieder:
Hallo, ich bin eure Mama.

Und Papa Schwarz·ohr kommt auch wieder in die Höhle.
Er piept auch mit den 2 neuen Küken. 
Er spricht mit den 2 neuen Küken.
Und er schmust mit den 2 neuen Küken. 
Papa Schwarz·ohr freut sich nämlich wieder,
weil die 2 neuen Küken da sind. 

Jetzt sind wir 4 Küken 

Jetzt liegt nur noch 1 Ei in der Höhle.
Mama Schwarz·ohr brütet noch 2 Tage.
Sie will das Ei noch ausbrüten.
Aber es schlüpft kein Küken mehr aus dem Ei.

In dem Ei ist unsere kleine Schwester drin. 
Wir hören sie. 
Sie piept sehr leise.
Sie sagt genau wie wir:
Ich habe keinen Platz mehr. 
Ich will hier raus.
Aber das Ei hat eine sehr harte Schale.
Und unsere kleine Schwester kann das Ei nicht öffnen. 
Sie kann nicht raus.
Vielleicht hat sie keinen Ei·zahn.
Oder sie hat ein anderes Problem.

Unsere kleine Schwester stirbt im Ei.
Wir können ihr nicht helfen.
Wir alle sind darüber sehr traurig. 
Aber Mama Schwarz·ohr tröstet uns. 
Sie sagt:
Ihr Küken sollt nicht traurig sein.
Eure kleine Schwester ist jetzt beim lieben Gott.
Im Himmel. 
Der liebe Gott passt auf eure kleine Schwester auf.
Und Mama Schwarz·ohr wirft das Ei aus der Höhle raus.

Mama Schwarz·ohr kümmert sich gut um uns

Sie füttert uns jetzt alle mit dem warmen Brei.
Sie holt den Brei wieder aus ihrem Schnabel raus.
Und jetzt hilft auch Papa Schwarz·ohr mit.
Er füttert uns auch mit dem warmen Brei. 
Er holt den Brei aus seinem Schnabel raus.
So wie Mama Schwarz·ohr.
So werden wir alle satt.
Und wir Küken wachsen.

Nach 2 Wochen öffnen wir die Augen.
Und wir können Papa und Mama Schwarz·ohr sehen.

Wir Küken bleiben viele Wochen in der Höhle.
Und Mama Schwarz·ohr bleibt noch lange Zeit bei uns.
Sie wärmt uns mit ihren Federn.
Und Papa Schwarz·ohr beschützt uns.

Aber dann sind wir Küken größer

Und wir bekommen eigene Federn. 
Jetzt kommt Mama Schwarz·ohr nur noch manchmal
in die Höhle rein. 
Dann füttert sie uns.
Oder sie schläft nachts bei uns. 

Papa und Mama Schwarz·ohr sind jetzt viel zusammen. 
Sie sitzen draußen vor der Höhle.
Und sie kraulen sich gegenseitig am Kopf.
Und wir Küken sind in dieser Zeit alleine.
Aber wir können Papa und Mama Schwarz·ohr sehen.
Wir sind nämlich manchmal neugierig.
Dann gucken wir aus der Höhle raus.

Nach vielen Wochen verlassen wir die Höhle

Aber Papa und Mama Schwarz·ohr füttern uns trotzdem
noch einige Zeit.
Mit dem warmen Brei. 

Dann lernen wir alleine fressen. 
Wir lernen klettern. 
Und fliegen.
Und viele andere Dinge.

Wir bleiben 1 Jahr bei Papa und Mama Schwarz·ohr. 
Aber jetzt leben wir mit Papa und Mama Schwarz·ohr 
bei den anderen Schwarz·ohren. 
In einer Gruppe. 
Wir sind jetzt nämlich junge Schwarz·ohren. 
Und wir leben im Regen·wald.

Aber was ist das? 

Auf einmal fängt es an zu regnen.
Und Papa Schwarz·ohr fliegt ganz nach oben 
auf einen Baum.
Er hängt sich an einen Ast von dem Baum.
Er hängt sich mit dem Kopf nach unten. 
Und er macht seine Flügel weit auseinander. 
Wir können jede einzelne Feder sehen. 
Papa Schwarz·ohr wird vom Regen sehr nass.
Er lässt sich nass regnen. 
Das Wasser tropft von seinen Federn runter. 

Und was ist das?
Mama Schwarz·ohr macht das ja auch. 
Sie hängt sich auch mit dem Kopf nach unten.
Sie lässt sich auch nass regnen.

Und auch die anderen Schwarz·ohren machen das.
Sie lassen sich auch nass regnen.
Dann müssen wir jungen Schwarz·ohren das wohl auch machen.
Jetzt haben wir wieder etwas tolles gelernt.