Gitta kann gut zuhören

Das ist eine Geschichte in Leichter Sprache.
Die Geschichte geht so:

Gitta ist eine junge Frau. 
Sie ist 30 Jahre alt. 

Gitta kann nicht kochen. 
Nicht putzen. 
Nicht bügeln. 
Aber Gitta kann telefonieren. 
Und gut zuhören. 

Gitta will Essen kochen 

Gitta guckt auf die Uhr. 
Sie hat Hunger. 
Es ist schon 12 Uhr mittags.

Gitta geht in die Küche. 
Sie will eine Suppe kochen.
Mit viel Gemüse. 
Gitta schneidet:

  • Gemüse 
  • Zwiebeln
  • Und Kartoffeln. 

Gitta macht alles in einen Topf. 
Dann macht sie Öl in den Topf.
Und Wasser. 
Die Suppe schmeckt bestimmt gut.

Jetzt braucht Gitta noch Salz. 
Und Pfeffer. 

Aber:
Was ist das?
Der Deckel vom Salz geht ab.
Das ganze Salz ist jetzt in der Suppe. 
Dabei will Gitta nur wenig Salz in die Suppe machen. 
Jetzt kann sie die Suppe nicht mehr essen. 
Das ist doof. 

Gitta macht den Herd aus. 
Sie kann nicht gut kochen.

Auf einmal klingelt das Telefon

Andrea ruft an. 
Sie ist am Telefon. 
Andrea ist eine Freundin von Gitta. 
Gitta kennt Andrea schon lange.

Andrea hat ein Problem. 
Deshalb ruft sie an.

Andrea weint am Telefon.
Andrea sagt: 

Hallo Gitta,
es ist etwas Schlimmes passiert. 
Ich war in der Stadt. 
Meine Tasche ist weg. 
In der Stadt war ein Mann.
Er hat mir die Tasche weg·genommen. 
In der Tasche ist ein Foto von meinen Eltern.
Ich habe nur dieses Foto. 
Jetzt kann ich meine Eltern nicht mehr sehen.

Die Eltern von Andrea sind nämlich gestorben. 
Sie haben einen Unfall gehabt. 
Das war vor langer Zeit. 

Andrea weint sehr viel. 
Andrea sagt immer wieder:

Das Foto ist weg. 
Der Mann hat mir die Tasche weg·genommen. 
Jetzt kann ich meine Eltern nicht mehr sehen.

Gitta hört lange zu: 
Was sagt Andrea?
Auf einmal geht es Andrea besser. 
Andrea sagt: 

Danke Gitta.
Du hast mir sehr geholfen.
Du kannst gut zuhören.
Ich gehe jetzt zur Polizei.
Vielleicht bekomme ich die Tasche zurück.

Gitta und Andrea telefonieren nicht mehr. 
Gitta guckt auf die Uhr.
Es ist schon 2 Uhr mittags. 
Gitta denkt: 

Jetzt habe ich aber Hunger.
Ich habe lange telefoniert. 
Fast 2 Stunden. 

Gitta geht in die Küche.
Sie macht sich eine Scheibe Brot.
Sie isst 2 Tomaten. 
Und eine Banane.
Dann ist sie satt.

Dann will Gitta die Fenster putzen

Gitta denkt:

Heute scheint die Sonne. 
Das Wetter ist gut.
Ich kann die Fenster putzen. 

Gitta nimmt einen Lappen.
Und einen Eimer mit Wasser. 
Gitta macht ein Mittel ins Wasser.
Das Mittel ist für die Fenster. 
Gitta denkt: 

Die Fenster werden mit dem Mittel sauber.
Aber das stimmt nicht

Gitta putzt alle Fenster.
Aber dann sieht sie:
Die Fenster sind noch schmutzig. 
Gitta denkt:

Oh nein, 
warum sind die Fenster noch schmutzig?

Gitta weiß nicht,
wenn die Sonne scheint: 
Dann ist Fenster putzen sehr schlecht. 
Dann bleiben die Fenster schmutzig. 
Gitta denkt: 

Jetzt mache ich mir eine Tasse Kaffee. 
Und dann putze ich noch mal die Fenster.

Aber auf einmal klingelt wieder das Telefon

Kurt ruft an.
Er ist am Telefon. 

Gitta kennt Kurt eine Woche. 
Kurt ist ein neuer Kollege von der Arbeit. 
Er ist sehr nett. 
Er ist ein guter Freund. 
Aber er ist kein Mann für Gitta. 

Kurt hat ein Problem. 
Deshalb ruft er an.
Kurt sagt: 

Hallo Gitta,
ich bin so traurig. 
Meine Frau ist weg. 
Sie hat einen anderen Mann. 
Sie wohnt jetzt bei dem Mann. 
Jetzt bin ich allein. 
Ich will sterben. 

Kurt sagt immer wieder:

Ich bin so traurig.
Meine Frau ist weg.
Ich will sterben. 

Gitta hört lange zu:
Was sagt Kurt? 
Auf einmal geht es Kurt besser. 
Auf einmal schimpft Kurt sogar. 
Kurt sagt: 

Ich will meine Frau nicht mehr haben.
Ich brauche sie nicht mehr. 
Das ist nicht mehr meine Frau. 
Ich will nicht mehr sterben.
Danke Gitta.
Du hast mir sehr geholfen. 
Du kannst gut zuhören. 
Ich gehe jetzt zu einem Anwalt. 
Ich lasse mich scheiden. 
Dann ist meine Frau nicht mehr meine Frau. 
Dann geht es mir wieder gut. 

Gitta und Kurt telefonieren nicht mehr.
Gitta guckt auf die Uhr.
Jetzt ist es schon 6 Uhr abends.

Gitta trinkt keinen Kaffee mehr.
Es ist schon spät.
Gitta will nicht so spät einen Kaffee trinken.
Sonst kann sie nachts nicht schlafen.
Im Kaffee ist Koffein drin.
Gitta kann von dem Koffein nicht schlafen.
Und Gitta will jetzt keine Fenster mehr putzen.

Gitta muss noch Wäsche bügeln

Gitta muss sehr viel Wäsche bügeln.
Sie hat lange nicht gebügelt.
Sie bügelt nicht gerne.

Gitta holt das Bügel·eisen aus dem Schrank.
Und Gitta holt die Wäsche.
Sie legt die Wäsche auf den Tisch in der Küche.

Bei der Wäsche sind viele Blusen dabei.
Gitta bügelt eine Bluse.
Aber die Bluse geht schlecht zu bügeln.
Der Stoff von der Bluse ist schlecht.
Er wird nicht glatt.

Gitta bügelt die Bluse weiter:
Damit sie glatt wird.
Aber das klappt nicht.
Deshalb bügelt Gitta nicht gerne.

Auf einmal klingelt schon wieder das Telefon

Gitta lässt das Bügel·eisen auf der Bluse. 
Sie geht zum Telefon. 
Tante Olga ruft an.
Sie ist am Telefon. 

Tante Olga hat ein Problem.
Deshalb ruft sie an.

Tante Olga lebt allein. 
Sie erzählt gerne Geschichten. 
Sie erzählt am liebsten:
Was hat sie früher immer gemacht?
Früher war vor vielen Jahren.
Da war Tante Olga noch jung. 
Tante Olga kann viel erzählen. 

Gitta setzt sich auf einen Stuhl. 
Gitta hört lange zu:
Was erzählt Tante Olga?
Tante Olga erzählt viele Geschichten. 

Auf einmal riecht es verbrannt.
Gitta sieht:
Das Bügel·eisen ist noch an.
Es wird beim Bügeln sehr heiß.
Es hat ein Loch in die Bluse gemacht.

Dann ist Tante Olga fertig.
Sie erzählt keine Geschichte mehr.
Tante Olga sagt:

Danke Gitta.
Du kannst gut zuhören.
Das hilft mir immer sehr.
Aber:
Vielleicht kannst du noch anderen Menschen zuhören. 
Und noch anderen Menschen helfen. 
Arbeite doch bei der Telefon·seel·sorge. 
Das ist ein Büro für Menschen.
Viele Menschen haben Probleme.
Das Büro hilft den Menschen bei den Problemen.
In dem Büro gibt es ein Telefon. 
Viele Menschen rufen bei dem Telefon an.
Du kannst mit diesen Menschen telefonieren. 
Du kannst diesen Menschen zuhören.
Das hilft diesen Menschen sehr. 

Gitta findet:
Das ist eine gute Idee. 
Gitta hilft gerne diesen Menschen. 
Sie arbeitet jetzt bei der Telefon·seel·sorge. 

Das ist das Ende von der Geschichte.