Ich habe Angst vor Luft·ballons

Das ist eine Geschichte in Einfacher Sprache:

Ich heiße Babsi.
Ich bin ein Mädchen. 
Und ich bin 4 Jahre alt. 

Ich gehe mit Papa und Mama auf ein Fest.
Da ist eine Frau.
Sie schenkt mir einen Luft·ballon. 
Ich hasse Luft·ballons. 
Aber dieser gefällt mir gut.
Der Luft·ballon ist rosa.
Und er sieht aus wie ein Gesicht. 
Ich nehme den Luft·ballon mit nach Hause. 
Und ich passe auf:
Damit der Luft·ballon ganz bleibt.

Ich gehe ins Wohn·zimmer 

Und ich klettere hinter das Sofa.
Ich nehme den Luft·ballon mit. 
Ich nehme bunte Stifte.
Und ich male den Luft·ballon an.

Dann gibt es Essen. 
Und Mama ruft:
Babsi, komm in die Küche.
Das Essen ist fertig.

Ich gehe in die Küche 

Und ich nehme den Luft·ballon mit.
Papa und Mama sind schon in der Küche.
Sie sitzen auf den Stühlen.
Am Tisch. 
Und das Essen steht auf dem Tisch.
Es ist schon auf den Tellern.

Wir haben 2 Stühle und eine Bank.
Ich klettere auf die Bank.
So sitze ich auch am Tisch.
Ich lege den Luft·ballon neben mich.
Dann essen wir.

Nach dem Essen 

Mama hat vor einiger Zeit genäht. 
Sie hat eine Nadel benutzt. 
Mit einem Faden.
Die Nadel liegt noch auf dem Schrank. 
Neben dem Tisch.

Wir sind mit dem Essen fertig.
Und ich will den Luft·ballon nehmen.
Aber auf einmal nimmt Papa die Nadel.
Und den Luft·ballon. 
Und Papa sagt:
Guck mal, was gleich passiert.

Ich gucke Papa an:
Papa will mit der Nadel in den Luft·ballon stechen.
Ich bin erst 4 Jahre alt. 
Aber ich weiß:
So geht der Luft·ballon kaputt.
Und ich sage: 
Nein, ganz lassen. 
Aber Papa sticht mit der Nadel in den Luft·ballon.

Der Luft·ballon knallt.
Er geht kaputt.
Das ist sehr laut.
Und etwas fliegt in mein Gesicht.
Es ist glatt. 
Und es riecht nach Gummi.
Es sind die kaputten Teile vom Luft·ballon. 
Ich schreie.
Und ich laufe weg.
Ich habe nämlich Angst.

Papa kauft mir einen neuen Luft·ballon

Aber ich will den Luft·ballon nicht haben.
Ich habe nämlich Angst. 
Vielleicht geht der Luft·ballon wieder kaputt?
Und die kaputten Teile fliegen in mein Gesicht.

Ich habe lange Zeit Angst vor Luft·ballons. 
Deshalb passieren viele Dinge.

Zum Beispiel: 

Mama bringt mich morgens in den Kinder·garten. 
Da ist heute ein Fest. 
Da hängen viele Luft·ballons.
An einem Faden.
Und manche Luft·ballons sind schon kaputt.
Die kaputten Teile liegen auf dem Boden.

Aber jetzt habe ich Angst vor den Luft·ballons.
Und vor den kaputten Teilen.
Ich will nicht im Kinder·garten bleiben. 
Ich will wieder nach Hause gehen.

Aber ich muss im Kinder·garten bleiben. 
Und viele Kinder ärgern mich. 
Die Kinder merken nämlich:
Ich habe Angst vor den Luft·ballons.
Und vor den kaputten Teilen.

Ein anderer Tag

Ich bin wieder im Kinder·garten.
Da arbeitet eine Frau.
Sie passt auf alle Kinder auf.
Sie ist eine Kinder·gärtnerin. 

Die Kinder·gärtnerin sagt:
Es ist bald Fast·nacht.
Deshalb basteln wir ein Kostüm. 
Ihr Kinder zieht es an Fast·nacht an. 
Ihr seid dann Astronauten.
Astronauten fliegen zum Beispiel zum Mond. 

Das Kostüm ist ganz oben auf dem Bild

Aber ich will das Kostüm nicht basteln.
Und auch nicht anziehen.
Die Kinder·gärtnerin sagt nämlich:
Astronauten brauchen einen Helm.
Für den Kopf.
Wir basteln den Helm aus einem Luft·ballon. 
Das heißt:
Ihr Kinder müsst einen Luft·ballon aufblasen. 
Also den Luft·ballon in den Mund stecken. 
Und viel Luft in den Luft·ballon machen. 

Aber das will ich nicht
Ich habe nämlich Angst vor Luft·ballons. 
Vielleicht geht der Luft·ballon kaputt? 
Und die kaputten Teile fliegen in mein Gesicht? 

Aber die Kinder·gärtnerin sagt:
Babsi, blas deinen Luft·ballon auf.
Wir wollen jetzt den Helm basteln. 

Aber ich will den Luft·ballon nicht aufblasen. 
Und ich sage:
Nein, ich habe Angst. 
Die Kinder·gärtnerin versteht das nicht
Aber sie sagt: 
Gut, ich blase den Luft·ballon auf.
Und dann bastelst du den Helm. 

Die Kinder·gärtnerin bläst den Luft·ballon auf 

Und ich verstecke mich unter dem Tisch. 
Ich habe nämlich Angst. 
Vielleicht geht der Luft·ballon kaputt? 
Und die kaputten Teile fliegen in mein Gesicht. 

Die Kinder·gärtnerin will mir den Luft·ballon geben.
Und sie sagt:
Babsi, hier ist Papier.
Und Kleber.
Klebe viel Papier auf den Luft·ballon. 
So siehst du nur noch das Papier. 
Und innen drin ist der Luft·ballon.
So brauchst du keine Angst mehr haben.

Aber ich schreie.
Und ich laufe weg.
Ich will den Luft·ballon nämlich nicht anfassen.
Und das Papier nicht drauf kleben. 

Die Kinder·gärtnerin holt mich zurück 

Und sie klebt etwas Papier auf den Luft·ballon. 
Jetzt ist der Luft·ballon schon halb zugeklebt.
Und ich sehe ihn nur noch wenig. 
Jetzt habe ich wirklich weniger Angst. 

Aber dann sagt die Kinder·gärtnerin wieder:
Babsi klebe noch mehr Papier auf den Luft·ballon. 
Damit das Papier so dick wie Pappe wird.
Dann ist der Luft·ballon ganz zugeklebt.
Und du bist fertig.

Also klebe ich das Papier auf den Luft·ballon.
Und ich bin fertig.
Jetzt ist der Luft·ballon nämlich bald ein Helm.
Das Papier muss nur noch einige Tage trocknen. 
Dann basteln wir den Helm weiter.
Das Papier ist nämlich nass.
Das kommt vom Kleber.

Einige Tage später

Das Papier und der Kleber sind trocken. 
Jetzt basteln wir den Helm weiter. 
Das heißt: 
Die Kinder·gärtnerin nimmt ein Messer. 
Und sie schneidet alle Luft·ballons durch.
Auch meinen Luft·ballon.
Die Luft·ballons gehen innen im Papier kaputt. 
Und alle Kinder holen die kaputten Teile raus.

Ich schreie. 
Und ich laufe weg.
Ich habe nämlich Angst. 
Die Kinder·gärtnerin holt mich wieder zurück. 
Und sie sagt: 
Babsi, du musst die kaputten Teile rausholen. 

Aber ich will die kaputten Teile nicht anfassen. 
Also holt die Kinder·gärtnerin die kaputten Teile raus.
Und dann schneidet sie ein Fenster in alle Luft·ballons rein. 
Das Fenster ist für die Augen. 
Ein Helm braucht nämlich ein Fenster für die Augen.
Da guckt man mit den Augen raus.

Jetzt ist der Helm fertig.
Und alle Kinder ziehen ihn an. 
Aber ich will den Helm nicht anziehen. 
Die Kinder·gärtnerin muss den Helm erst innen waschen. 
Ich habe nämlich immer noch Angst. 
Vielleicht sind doch noch kaputte Teile vom Luft·ballon drin? 

Einige Jahre später

Ich bin jetzt älter.
Und ich gehe in die Schule.
In die erste Klasse.
Da sind 30 Kinder.
Und ich habe immer noch Angst vor Luft·ballons. 

Da passiert das:
Ich bin in der Schule.
Wir haben eine Lehrerin.
Und wir machen Sport.
Die Lehrerin macht Musik an.
Und sie sagt:
Immer 2 Kinder müssen sich zusammen hinstellen. 
Die 2 Kinder bekommen einen Luft·ballon. 
Ein Kind muss den Luft·ballon aufblasen.
Dann müssen die 2 Kinder die Köpfe aneinander·drücken. 
Also den Luft·ballon mit den 2 Köpfen festhalten. 
Und zu der Musik tanzen. 

Ich muss mich also mit einem Kind zusammen hinstellen.
Und wir bekommen einen Luft·ballon. 
Aber ich will den Luft·ballon nicht anfassen.
Nicht aufblasen. 
Nicht mit meinem Kopf festhalten.
Und ich will auch nicht mit dem Kind tanzen.
Vielleicht geht dann der Luft·ballon kaputt?
Und die kaputten Teile fliegen in mein Gesicht.

Ich will weit weg·laufen.
Damit ich das alles nicht machen muss.
Aber die Lehrerin sieht mich.
Und sie sagt:
Babsi, bleib da.
Du musst den Luft·ballon anfassen. 
Und Tanzen.
Aber ich sage Nein.
Da wird die Lehrerin böse.
Sie hält meine Hand fest.
Und sie will mir den Luft·ballon unbedingt geben. 

Ich schreie.
Und ich wehre mich. 
Und ich trete mit dem Fuß nach der Lehrerin. 
Die Lehrerin lässt mich los.
Und ich laufe weg.
Ich will den Luft·ballon nicht anfassen. 
Und nicht zu der Musik tanzen. 

An einem anderen Tag passiert das:

Es ist Nachmittag.
Und ich bin zu Hause. 

Wir haben Nachbarn. 
Ein Mann und eine Frau.
Sie haben 2 Kinder. 
Ein Mädchen und ein Junge. 
Ich spiele oft mit den Kindern.
Der Junge ist so alt wie ich.
Und das Mädchen ist etwas älter als ich. 

Das Mädchen hat heute Geburts·tag. 
Und ich bin eingeladen. 
Also gehe ich zu den Nachbarn. 
Es gibt dann Kuchen. 
Ich freue mich schon.

Ich klingle bei den Nachbarn 

Das Mädchen macht die Tür auf.
Ich gehe mit dem Mädchen ins Haus.
Wir gehen eine Treppe rauf.
Das Mädchen bringt mich ins Wohn·zimmer.
Da sind schon viele Kinder.
Aber was ist das?
Oh nein.
Da sind ja ganz viele Luft·ballons.
Ich laufe schnell aus dem Wohn·zimmer raus.
Und das Mädchen merkt:
Ich habe Angst vor den Luft·ballons. 

Das Mädchen lacht über mich.
Und es tritt mit dem Fuß auf einen Luft·ballon drauf.
Es bewegt den Fuß hin und her.
Das Mädchen will mich nämlich ärgern.
Es guckt mich dabei an. 
Und es sagt:
Babsi, guck mal. 
Gleich geht der Luft·ballon kaputt. 
Dann fliegen die kaputten Teile in dein Gesicht. 

Ich schreie. 
Und ich laufe in den Garten.
Die Nachbarn haben nämlich einen Garten. 
Und da ist ein Zaun.
Ich klettere über den Zaun.
Jetzt bin ich zu Hause. 
In unserem Garten.
Wir wohnen ja neben den Nachbarn.

Und manchmal ist in der Schule ein Fest

Da sind dann auch immer viele Luft·ballons. 
Da habe ich auch immer Angst. 
Und manchmal haben Kinder von der Klasse Geburts·tag. 
Sie feiern dann nachmittags ein Fest.
Und ich bin eingeladen. 
Da sind dann auch meistens Luft·ballons. 
Das ist für mich sehr schlimm. 
Die Kinder ärgern mich dann.
Und sie lachen über mich.
Die Kinder verstehen nämlich nicht:
Ich habe Angst vor den Luft·ballons.

Aber jetzt bin ich schon lange erwachsen 

Und ich habe selbst ein Kind. 
Mein Kind hat keine Angst vor den Luft·ballons.
Es mag Luft·ballons gerne.
Deshalb darf es mit den Luft·ballons spielen. 

Zum Beispiel:
Mein Kind hat manchmal Geburts·tag. 
Dann blase ich viele Luft·ballons auf.
Ich mache Luft in die Luft·ballons rein.
Und ich hänge sie ins Wohn·zimmer. 
Oder in den Garten.
An einen Faden. 
Aber ich blase die Luft·ballons nur sehr wenig auf.
Damit sie ganz bleiben. 
Die Luft·ballons sind dann zwar kleiner. 
Aber stabiler.
So habe ich weniger Angst. 
Und mein Kind hat viel Spaß mit den Luft·ballons.