Mara kann nicht sehen

Das ist eine Geschichte in Leichter Sprache.
Die Geschichte geht so:

Mara ist eine junge Frau. 
Sie ist 25 Jahre alt. 
Sie macht einen Ausflug mit dem Bus.
Der Bus fährt zu einer Höhle.

In der Höhle ist es dunkel. 
Und kalt. 
Aber die Höhle ist schön. 
Man kann sehr alte Steine sehen. 
Die Steine sind in der Höhle drin. 
Die Steine heißen: Tropf·steine.

Mara kann die Steine nicht sehen. 
Sie kann mit den Augen nicht sehen.
Das heißt: Mara ist blind. 
Aber sie will den Ausflug trotzdem machen. 
Und in die Höhle gehen.

Mara macht jetzt den Ausflug 

Mara sitzt in dem Bus.
Es fahren viele Menschen mit. 
Im Bus sitzen auch 2 junge Männer. 
Sie sind vielleicht 25 Jahre alt.
So alt wie Mara.

Mara hört die 2 Männer.
Sie sind Freunde.
Sie sprechen zusammen.
Der eine Mann hat eine schöne Stimme. 
Und er riecht gut. 
Mara findet den Mann sympathisch.

Mara kann mit den Augen nicht sehen.
Aber sie kann mit den Ohren gut hören. 
Und mit der Nase gut riechen. 
So merkt sie: 
Sind Menschen sympathisch?
Oder sind Menschen nicht sympathisch?

In dem Bus ist noch ein Mann.
Er ist ein Reise·leiter. 
Er ist bei dem Ausflug dabei. 
Der Reise·leiter erzählt den Menschen:
Was kann man bei dem Ausflug erleben?

In dem Bus ist eine Toilette. 
Mara muss jetzt auf die Toilette. 
Sie steht von ihrem Platz auf.
Sie geht an den 2 Männern vorbei.

Aber was ist das?
Der Mann mit der schönen Stimme lacht.
Er lacht wegen Mara.
Und er sagt zu seinem Freund: 

Guck mal, die Frau.
Sie ist blind.
Warum macht sie denn diesen Ausflug?
Sie kann doch nicht in die Höhle gehen.
Sie kann die Steine doch gar nicht sehen.

Mara hört es.
Jetzt ist sie traurig,
weil der Mann das sagt. 
Der Mann ist jetzt nicht mehr sympathisch. 

Mara geht auf die Toilette. 
Dann setzt sie sich wieder auf ihren Platz.

Der Bus ist bei der Höhle angekommen

Alle Menschen steigen aus. 
Der Reise·leiter bringt alle Menschen zu der Höhle. 

Bei der Höhle ist eine Kasse.
Alle Menschen bezahlen Geld. 
Dann können sie in die Höhle gehen.
Und alle Menschen bekommen eine Lampe. 
Sonst können sie nichts sehen.
Denn in der Höhle ist es dunkel. 
Es gibt kein Licht.

Mara braucht keine Lampe. 
Sie kann mit den Augen nicht sehen.
Sie kann auch mit der Lampe nicht sehen.

Der Mann mit der schönen Stimme lacht wieder.
Er sagt zu seinem Freund:

Die Frau braucht keine Lampe.
Sie ist doch blind.
Sie kann nicht sehen.

Mara hört es wieder.
Jetzt ist sie wieder traurig, 
weil der Mann das sagt.

Jetzt spricht der Reise·leiter mit alle Menschen

Der Reise·leiter sagt:

Sie können jetzt alle in die Höhle gehen.
Aber kommen Sie in einer Stunde wieder aus der Höhle raus.
Dann fahren wir mit dem Bus zurück.

Also gehen alle Menschen in die Höhle rein.
Sie machen die Lampen an. 
Nur Mara hat keine Lampe. 

Der Mann mit der schönen Stimme geht auch in die Höhle. 
Er macht seine Lampe auch an.
Die Lampe macht viel Licht. 
Dann ist der Mann weg. 
Mara hört ihn nicht mehr.

Mara ist jetzt in der Höhle

Sie riecht die Steine.
Die Steine riechen sehr alt.

Mara fühlt die Steine mit den Händen.
An der Wand. 
Und an der Decke. 
Die Steine sind sehr glatt.
Aber auch hart.
Und sie sind nass.
Und Mara spürt die Steine an ihren Füßen.

Mara bleibt lange in der Höhle. 
Es macht ihr Spaß. 
Aber auf einmal hört sie eine Stimme.
Es ist der Mann mit der schönen Stimme. 
Er ruft:

Hilfe, hört ihr mich?

Das heißt: 
Der Mann hat ein Problem.

Mara merkt:
Der Mann ist allein.
Er braucht Hilfe.
Und nur Mara ist da.
Also muss sie dem Mann helfen.
Aber sie muss den Mann erst suchen.

Mara läuft in der Höhle.
Sie fühlt mit den Händen die Wand.
Sie merkt:
Der Weg geht nicht mehr weiter.
Dann fühlt Mara ein Loch in der Wand.
Sie geht durch das Loch.
Jetzt kann sie den Mann riechen.
Mara sagt:

Hallo, ich bin hier.

Der Mann sagt:

Bitte machen Sie Ihre Lampe an.
Ich habe Angst.
Es ist so dunkel.
Ich kann nichts sehen.
Meine Lampe ist kaputt.

Mara sagt:

Ich habe keine Lampe.
Ich kann gar nicht sehen.
Aber ich kann Ihnen helfen.
Ich bringe Sie aus der Höhle raus.
Draußen ist es hell.
Dann können Sie wieder sehen.

Jetzt weiß der Mann:
Mara ist bei ihm. 
Er hat sie ausgelacht,
weil sie nicht sehen kann. 
Und jetzt hilft sie ihm.

Der Mann sagt: 

Es tut mir leid.
Ich habe gelacht,
weil Sie nicht sehen können.
Das war schlecht von mir.
Jetzt weiß ich:
Blind sein ist sehr schlimm.
Nicht sehen können ist sehr schlimm.

Da sagt Mara: 

Nein, blind sein ist nicht schlimm.
Blind werden ist schlimm.
Auf einmal nichts mehr sehen können ist schlimm.

Mara hilft dem Mann aus der Höhle raus 

Mara fühlt mit ihren Händen die Wand.
Und sie riecht die Steine.
Alle Steine riechen anders.
So findet Mara den Weg aus der Höhle raus.
Und der Mann läuft nahe hinter Mara.
Er hält sich an Mara fest.
So kommen sie aus der Höhle raus.
Jetzt sind sie wieder draußen. 
Bei dem Bus.

Der Reise·leiter wartet schon.
Und die anderen Menschen warten auch. 
Und der Freund von dem Mann wartet. 
Er war nur kurz in der Höhle. 
Dann hat er sich schlecht gefühlt. 
Deshalb ist er wieder zum Bus gegangen.

Der Mann mit der schönen Stimme sagt zu Mara:

Ich heiße Peter.
Ich möchte dich kennen·lernen.
Darf ich dich heute zum Essen einladen.

Jetzt hat der Mann mit der schönen Stimme einen Namen.
Er heißt: Peter.

Und Mara sagt: 

Ja Peter.
Ich möchte dich auch kennen·lernen.
Ich heiße: Mara.

Mara und Peter treffen sich dann jeden Tag. 
Vielleicht sind sie jetzt verliebt.

Das ist das Ende von der Geschichte.