Ria will nichts mehr essen

Teil 19 von der Geschichte:
Ria ist ein besonderes Kind

Diese Geschichte ist in Leichter Sprache.
So geht die Geschichte weiter:

Ria ist 8 Jahre alt:
Mama und Ria sitzen am Tisch. 
Es gibt essen. 
Und trinken.
Mama macht Ria das Essen auf den Teller. 
Aber auf einmal will Ria nichts essen. 
Ria will den ganzen Tag nichts essen.
Mama denkt: 
Vielleicht hat Ria keinen Hunger? 
Vielleicht ist Ria krank? 
Ria will nur etwas trinken.

Am nächsten Tag

Mama und Ria sitzen wieder am Tisch. 
Es gibt wieder essen. 
Und trinken.
Mama macht Ria das Essen auf den Teller. 
Aber Ria will wieder nichts essen. 
Ria will den ganzen Tag nichts essen.
Mama will Ria sogar füttern. 
Aber Ria macht den Mund fest zu. 
Und Ria dreht den Kopf weg.
Ria will nur etwas trinken.

Mama gibt Ria viele Sachen zum Essen 

Zum Beispiel: Schokolade.
Ria mag Schokolade gerne. 
Aber jetzt: 
Ria will die Schokolade nicht essen. 

Mama macht sich Sorgen

Mama sagt:
Ria, du musst essen. 
Sonst wirst du krank. 
Sonst stirbst du. 
Aber Ria will nichts essen. 
Ria will nur etwas trinken.

Mama geht mit Ria zum Arzt 

Aber der Arzt kann Ria nicht helfen.
Der Arzt sagt: 
Ria muss ins Kranken·haus.
Und Ria muss dann im Kranken·haus bleiben. 

Mama geht mit Ria ins Kranken·haus 

Mama schläft bei Ria im Kranken·haus. 
Mama bleibt die ganze Zeit bei Ria dabei. 

Ein Arzt ist im Kranken·haus. 
Der Arzt sagt:
Vielleicht hat Ria ein Problem mit dem Magen? 
Vielleicht will Ria deshalb nichts essen?
Wir müssen den Magen untersuchen. 
Der Magen ist im Bauch drin.

Der Arzt will Ria untersuchen

Der Arzt will eine Magen·spiegelung machen.
Das ist eine Untersuchung vom Magen.
So sieht der Arzt: 
Hat Ria ein Problem mit dem Magen?

Mama denkt: 
Ria hat kein Problem mit dem Magen. 
Der Magen ist bestimmt gesund. 

Mama denkt nämlich: 
Ria hat ein anderes Problem. 
Ria hat ein Problem mit dem Gehirn. 
Das Gehirn ist im Kopf drin. 
Ria denkt mit dem Gehirn viele Sachen.
Vielleicht macht das Gehirn Probleme?
Vielleicht sagt das Gehirn zu Ria: 
Ria soll nicht essen.
Ria soll nicht kauen.
Und deshalb will Ria nicht essen. 
Mama denkt das:
Denn Ria ist ein besonderes Kind. 
Ria ist anders als andere Menschen.

Aber Mama sagt zu dem Arzt: 
Der Arzt kann den Magen trotzdem untersuchen. 
Damit der Arzt weiß: 
Was hat Ria wirklich? 
Denn Mama ist kein Arzt.

Der Arzt untersucht den Magen 

Der Arzt macht die Magen·spiegelung.
Der Magen ist gesund. 
Aber Ria muss trotzdem im Kranken·haus bleiben.
Denn Ria will immer noch nichts essen. 

Der Arzt sagt: 
Ria muss wieder essen.
Sonst kann Ria sterben. 
Ria muss wieder essen. 
Sonst braucht Ria eine Magen·sonde. 

Eine Magen·sonde ist ein kleines Gerät. 
Die Magen·sonde kommt in den Magen rein.
Das heißt: 
Der Arzt muss Ria am Bauch operieren. 
Der Arzt macht die Magen·sonde in den Magen rein.
Ein Schlauch ist an der Magensonde dran.
Ria will nicht essen:
Dann kommt das Essen in den Schlauch rein. 
Das Essen kommt dann mit dem Schlauch
in den Magen rein. 
So hat Ria das Essen im Bauch. 
Auch wenn Ria nicht essen will. 
Dann ist Ria satt.
Und Ria stirbt nicht.

Aber Mama hat Angst: 
Der Arzt soll Ria nicht operieren. 
Der Arzt soll keine Magen·sonde machen.
Ria soll wieder von alleine essen. 
Das ist besser.

Mama füttert Ria mit einer Spritze 

Mama denkt nach: 
Dann hat Mama eine Idee. 
Mama erinnert sich: 
Ria war sehr klein. 
Ria war krank. 
Ein anderer Arzt hat gesagt. 
Ria soll Medikamente nehmen. 
Aber Ria hat die Medikamente nicht gewollt. 
Da hat der andere Arzt gesagt: 
Mama soll eine Spritze nehmen.
Die Medikamente sollen in die Spritze rein.
Ria soll die Medikamente mit der Spritze trinken. 

Mama hat jetzt diese Idee:

Im Kranken·haus gibt es große Spritzen. 
Mit einem großen Loch. 
Mama kann das Essen sehr klein machen.
Mit einem Mixer.
Ein Mixer ist ein Gerät von der Küche.
Mama kann das Essen in eine Spritze rein machen.
Und Ria kann das Essen mit der Spritze trinken. 
Denn Mama denkt:
Ria will bestimmt etwas essen.
Aber Ria will nicht kauen. 
Und das ist das Problem. 

Mama denkt:
Ria kann das Essen mit der Spritze trinken. 
Denn Ria trinkt auch Wasser.
Und Tee. 
Trinken klappt gut.
Nur essen klappt nicht.

Mama braucht eine Spritze

Mama sieht eine Frau. 
Die Frau arbeitet im Kranken·haus.
Die Frau ist eine Kranken·schwester.
Mama fragt die Frau:
Haben Sie eine große Spritze. 
Mit einem großen Loch?

Und Mama sagt: 
Bitte machen Sie das Essen von Ria sehr klein.
Mit einem Mixer.
Und machen Sie viel Wasser dazu. 
Oder Milch.
Oder Soße. 
Oder Suppe. 
Das Essen muss sehr dünn sein. 
Wie ein Brei.
Das Essen muss in die Spritze rein.
Ria soll das Essen trinken.

Die Kranken·schwester macht das Essen sehr klein

Mama bekommt eine große Spritze. 
Mama macht das Essen in die Spritze rein. 
Und Ria macht den Mund auf.
Ria trinkt das Essen mit der Spritze. 
Ria schluckt das Essen runter.
Das Essen ist jetzt im Magen drin. 
Also im Bauch.
Das heißt: 
Die Idee von Mama klappt.
Mama kann Ria das Essen mit der Spritze geben.
Jetzt wird Ria wieder gesund.

Mama spricht mit dem Arzt

Mama sagt dem Arzt:
Ria trinkt das Essen mit der Spritze. 
Der Arzt sagt:
Das ist gut.
Mama soll das Essen jetzt immer sehr klein machen.
Und Ria bekommt das Essen dann mit der Spritze.
So braucht Ria die Magen·sonde nicht
Und der Arzt muss Ria nicht operieren. 
Mama und Ria bleiben noch einige Tage im Kranken·haus. 
Dann geht es Ria wieder gut.
Und Mama geht mit Ria wieder nach Hause. 

Mama und Ria sind wieder zu Hause

Mama macht das Essen jetzt immer sehr klein.
Und Ria trinkt das Essen mit der Spritze. 
Das klappt gut.
Jetzt kann Ria wieder in die Schule gehen. 
Aber Ria darf nur wenige Stunden in die Schule gehen.
Denn Ria muss etwas essen.
Wie die anderen Kinder.
Aber das ist ein Problem.
Denn in der Schule ist eine Rektorin.
Die Rektorin sagt:
Ria muss zu Hause essen.
Und Ria hat 2 Lehrerinnen.
Die Lehrerinnen sagen auch.
Ria muss zu Hause essen.

Ria bekommt in der Schule keine Spritze

Die Lehrerinnen geben Ria das Essen nicht mit der Spritze. 
Die Lehrerinnen machen das Essen nicht sehr klein.
Die Lehrerinnen wollen das nicht machen.
Die Lehrerinnen sagen:
Ria muss das Essen kauen. 
Ria muss mit einem Teller essen.
Und ganz alleine.
Wie die anderen Kinder.

Die Lehrerinnen sagen:
Wir haben keine Zeit.
Wir müssen uns um viele Kinder kümmern.

Ria muss also zu Hause essen

Ria kommt sehr früh von der Schule zurück.
Zu Mama.
Ria bekommt dann zu Hause essen.
Und die anderen Kinder bleiben in der Schule.
Mama findet das schlecht.
Ria soll auch in der Schule bleiben.
Damit Ria viel lernt.
Aber Mama kann nichts dagegen machen.

Und so macht Mama das Essen:

Mama macht das Essen sehr klein.
Und Ria bekommt das Essen. 
Mit der Spritze. 
In den Mund.
Das macht Mama lange Zeit.
Viele Monate lang.
Ria kann alles essen.
Und Ria muss nicht kauen.
So bleibt Ria gesund.

Mama gibt Ria morgens einen Brei.
Zum Frühstück.
Und viel Tee zum Trinken. 
Dann geht Ria in die Schule.

Später kommt Ria von der Schule zurück. 
Dann bekommt Ria wieder viel Tee.
Oder viel Wasser. 

Mama kocht Mittag·essen.
Mama kocht Abend·essen.  
Und Ria bekommt nachmittags auch noch essen. 
Und Ria bekommt immer viel Tee.
Und viel Wasser. 

Ria will wieder essen

Mama macht das Essen lange Zeit sehr klein. 
Und Ria trinkt das Essen mit der Spritze. 
Aber auf einmal: 
Ria will das Essen nicht mehr mit der Spritze. 
Ria macht den Mund fest zu. 
Jetzt hat Mama Angst:
Vielleicht muss Ria wieder ins Kranken·haus? 
Und Ria braucht doch eine Magen·sonde.
Aber dann denkt Mama: 
Vielleicht will Ria wieder richtig essen? 
Vielleicht will Ria wieder kauen?
Mama macht Ria das Essen auf einen Teller. 
Mama macht das Essen nicht klein. 
Und Ria macht den Mund auf.
Ria will wieder richtig essen. 
Ria kaut das Essen wieder.
Mama muss weinen.
Denn Mama freut sich sehr.

Mama hat eine Freundin 

Mama geht mit Ria zu der Freundin. 
Die Freundin hat einen Mann. 
Der Mann ist auch dabei.
Mama sagt zu der Freundin und zu dem Mann:
Ria will wieder richtig essen.
Ria kaut das Essen wieder. 
Und Mama muss noch mal weinen.
Denn Mama freut sich sehr.
Da sagt der Mann zu Ria: 
Jetzt geht es wieder.
Damit meint der Mann. 
Endlich will Ria wieder essen. 
Mama denkt oft daran.


Die Geschichte geht weiter

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